Eine Hyperspektralkamera nimmt nicht nur das sichtbare Licht - was die Objekte zurückwerfen- auf, sondern auch die Wellenlängen, die im Bereich des Infraroten liegen. Außerdem ist die Auflösung der Aufnahmen deutlich feiner. 

Während der Mensch alle wahrgenommenen Farbtöne aus den Farben Rot, Grün und Blau zusammensetzt, verfügt die Kamera über 51 Farbkanäle. Sie kann daher Farbtöne voneinander unterscheiden, die für das menschliche Auge gleich wirken.

Das von Objekten zurückgeworfene Licht wird in minimal verschiedene Farbtöne aufgeteilt. Damit werden Strukturen sichtbar, die eigentlich nicht mehr zu sehen sind. 

Neben den unsichtbaren Strukturen, lässt sich mit dieser Technologie feststellen, ob Bilder in mehreren Epochen gemalt oder bereits restauriert wurden. Denn auch, wenn die Farben für den Künstler gleich ausgesehen haben mögen, es konnte kaum gelingen, sie gänzlich gleich zu mischen.

Zwar gibt es auch bislang die Möglichkeit, die Kunstwerke teilweise wieder aufzuspüren: Strahlt man sie mit einer UV-Lampe an, regt man einige Substanzen in der Farbe - oft das Bindemittel - zum Fluoreszieren an.

Der Nachteil bei diesem Verfahren: Es ist sehr aufwändig und das UV-Licht zieht die Gemälde in Mitleidenschaft.

Nicht so bei der Hyperspektralkamera: Sie arbeitet mit einer normalen Lichtquelle, die die Kunstwerke weniger beeinflusst.

  • Detektion von unsichtbaren Gemäldeteilen
  • Bestimmung von bereits durchgeführten Restaurierungen
  • Ein- und Ausgangskontrolle beim Verleih von Kunstwerken
  • Forschung an jeglichen Oberflächen, wie Mumien, Stoffen oder sonstigen Objekten
  • Durchführung detailgenauer Restaurierung
  • Aufnahme von infraroten Wellenlängen
  • äußerst feine Auflösung
  • Kameratechnik mit über 51 Farbkanälen
  • Unterscheidung von für das menschliche Auge nicht sichtbaren Farbtönen
  • verblichene Strukturen werden sichtbar gemacht
  • detaillierte Analysemöglichkeit von Gemälden und Kunstwerken 
  • deutlich geringerer Aufwand und geringere Beeinflussung des Kunstwerks im Vergleich zur UV-Lampe

Nachfolgend sehen Sie folgendes Projekt-Beispiel:

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg wurde mit der bgis GmbH ein Workflow für den Einsatz der Hyperspektraltechnologie entwickelt. Im Ergebnis ist es gelungen, verblichene und für das menschliche Auge nicht erkennbare Malereien sichtbar zu machen. Die Einzelbilder konnten entzerrt und zu einem kompletten maßhaltigen Panorama zusammengefügt werden. 

Das Fraunhofer-Institut setzt für die Bearbeitung der Bilder eine eigens für diesen Zweck entwickelte Software ein - das Kernstück der Entwicklung. Diese Software erstellt aus den Daten, die bei einem Hyperspektralbild anfallen - rund einhundert Bilder. Auf den Bildern kommen zum Teil Strukturen - wie am Beispiel der Wandgemälde im Kreuzgang des Brandenburger Doms zu sehen - gemalte Frauengestalten oder Pferde zum Vorschein.

Mit Hilfe von Statistiken und Normierungen errechnet ein Algorithmus in der Software, welche Farbmischung in Bildteilbereichen am häufigsten vorkommt. Der Anteil exakt dieser Farbkomponenten wird dann in einem Bild dargestellt. Ebenso verfährt die Software mit der zweit- oder dritthäufigsten Farbe.

DIGITALE ENTZERRUNG DER AUFNAHMEN

In einem weiteren Arbeitsschritt werden die durch die Software errechneten Bilder entzerrt und mittels spezieller Software zu einem Messbild zusammen gefügt.

Als Grundlage für die Entzerrung dienen Farblaserscans des kompletten Kreuzganges aus denen mittels eigens entwickeltem Workflow die Passpunkte entnommen und damit die Einzelbilder entzerrt werden.

Mit der Software vom Fraunhofer Institut werden mehrere Dutzend Fotos der gleichen Ansicht erzeugt. Alle Bilder werden mit den zurvor ermittelten Entzerrungsparametern ebenfalls automatisiert bearbeitet.

Für die entzerrten kompletten Messbilder liegen für jeden Bildpunkt Koordinaten vor, die dann wieder auf die Wand übertragen werden können. Damit ist gewährleistet, dass bei der Restaurierung genau an den Stellen des Wandbildes gearbeitet wird, die für die Restaurierung am wichtigsten sind.

Hyperspektralaufnahme Wandgemälde

Sie wollen mehr erfahren?

Wir stehen Ihnen für ein Beratungsgespräch gern zur Verfügung.

Nehmen Sie gern KONTAKT mit uns auf.

Laut DSGVO müssen wir über die Verwendung von Cookies informieren. Durch den Besuch stimmen Sie dem zu.