>>> Was kostet ein 3D-Laserscan?
Vom Scan bis zum BIM-Modell: Woraus sich der Preis zusammensetzt und wie Sie unnötige Kosten vermeiden
Worum geht’s in diesem Beitrag?
„Was kostet das?“ ist die erste Frage in fast jedem Gespräch über eine 3D-Bestandsaufnahme. Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt davon ab, was Sie am Ende mit den Daten machen wollen. Wer die Preisfaktoren kennt, kann Angebote besser vergleichen und zahlt nur für das, was sein Projekt wirklich braucht.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Warum es für einen 3D-Laserscan keinen Pauschalpreis gibt
- Aus welchen Arbeitsschritten sich der Preis zusammensetzt
- Welche Faktoren die Kosten am stärksten beeinflussen
- Warum das gewünschte Ergebnis oft mehr kostet als der Scan selbst
- Wie Sie Kosten sparen, ohne an Qualität zu verlieren
- Welche Angaben Sie für ein schnelles, verlässliches Angebot bereithalten sollten
Was kostet ein 3D-Laserscan? Diese Faktoren bestimmen den Preis
Woraus sich der Preis zusammensetzt, wo die größten Kostentreiber liegen und wie Sie unnötige Ausgaben vermeiden
Inhaltsverzeichnis:
-
Die Frage nach dem Preis
-
Vom Scan zum Plan: Woraus sich der Preis zusammensetzt
-
Die Preisfaktoren im Überblick
-
Das Ergebnis bestimmt den Preis
-
So sparen Sie Kosten, ohne an Qualität zu verlieren
-
Typische Kostenfallen
-
Checkliste: Diese Angaben brauchen wir für Ihr Angebot
-
Fazit
-
Ein Blick in die Zukunft: Bestandsdaten werden günstiger und wertvoller
-
Jetzt starten: Ihr kostenfreies Erstgespräch
1. Die Frage nach dem Preis
„Was kostet ein Laserscan pro Quadratmeter?“ Diese Frage hören wir von Architekturbüros, Planern und Bauherren fast täglich. Verständlich, denn ein Quadratmeterpreis wäre einfach zu vergleichen. Er würde aber wenig über das aussagen, was Sie tatsächlich bekommen.
Ein typisches Beispiel: Zwei Bürogebäude mit gleicher Fläche. Im ersten werden nur Grundrisse im Maßstab 1:100 für die Flächenplanung gebraucht. Im zweiten soll ein detailliertes BIM-Modell mit Haustechnik (z. B. Kabelkanäle, Heizkanäle, Rohr- bzw. Heizleitungen) für die Ausführungsplanung entstehen. Der Scan vor Ort ist ähnlich, der Aufwand im Büro unterscheidet sich jedoch um ein Vielfaches.
Die bessere Frage lautet daher: Welches Ergebnis brauche ich, und in welcher Genauigkeit? Wer das vorab klärt, bekommt ein passgenaues Angebot und zahlt weder für überflüssige Details noch für teure Nachaufnahmen.
2. Vom Scan zum Plan: Woraus sich der Preis zusammensetzt
Ein 3D-Laserscan ist mehr als der Termin vor Ort. Der Preis setzt sich aus mehreren Arbeitsschritten zusammen, die jeweils eigenen Aufwand verursachen:
🔸 Vorbereitung und Planung: Klärung der Anforderungen, Sichtung vorhandener Pläne, Festlegung von Verfahren, Genauigkeit und Koordinatensystem.
🔸 Zugänglichkeit und Organisation: Zustand des Gebäudes (leerstehend, bewohnt oder in Betrieb, etwa mit Büros), Schlüsselorganisation, Klärung von Zuständigkeiten und Ansprechpartnern vor Ort sowie Sicherheitsaspekte wie Zutrittsberechtigungen, Sicherheitsunterweisungen oder die Abstimmung mit dem laufenden Betrieb.
🔸 Aufnahme vor Ort: Je nach Objekt mit dem terrestrischen Laserscanner (z. B. Leica RTC360), einem Mobile-Mapping-System (NavVis VLX oder MLX), der Drohne oder einer Kombination. Dazu kommt bei Bedarf die Tachymetrie für Passpunkte. Bei Außenscans kann zudem Bewuchs vor den Fassaden zusätzlichen Aufwand verursachen: Bäume, Sträucher oder Kletterpflanzen müssen gegebenenfalls zurückgeschnitten werden, damit die Fassaden überhaupt sichtbar und erfassbar sind.
🔸 Registrierung und Aufbereitung: Die einzelnen Scans werden im Büro zu einer gemeinsamen, bereinigten 3D-Punktwolke zusammengeführt und geprüft.
🔸 Auswertung und Modellierung: Aus der Punktwolke entstehen die eigentlichen Produkte, etwa 2D-Pläne, 3D-Modelle oder BIM-Modelle.
🔸 Bereitstellung: Übergabe der Daten als Datei oder webbasiert in einer gesicherten Cloud oder auf Ihrem eigenen Server, inklusive Abstimmung mit Ihrem Planungsteam.
Viele Auftraggeber sind überrascht, wie viel des Aufwands nicht beim Scannen entsteht, sondern danach. Gerade die Modellierung ist oft der größte Kostenblock. Deshalb lohnt es sich, genau zu definieren, welches Ergebnis Sie wirklich brauchen.
3. Die Preisfaktoren im Überblick
Für die Praxis lassen sich die wichtigsten Kostentreiber auf wenige Kriterien verdichten. Die Tabelle zeigt, was den Aufwand eher senkt und was ihn eher erhöht.
|
Faktor |
Senkt den Aufwand |
Erhöht den Aufwand |
|---|---|---|
|
Größe des Objekts |
wenige, große Räume |
viele kleine Räume, verwinkelte Grundrisse |
|
Geometrie und Bauzustand |
klare, rechtwinklige Strukturen |
Gewölbe, Stuck, Verformungen, Altbau |
|
Zugänglichkeit |
frei begehbar, leerstehend |
laufender Betrieb, verschlossene Bereiche, Dächer |
|
Genauigkeit |
Zentimeterbereich |
Millimeterbereich |
|
Verfahren |
Mobile Mapping für große Flächen |
terrestrisches Laserscanning in allen Bereichen |
|
Ergebnis |
Punktwolke, einfache Grundrisse 1:100 |
Detailpläne 1:20, BIM-Modell LOD 300–400 |
|
Umfang der Modellierung |
nur Architektur |
Architektur, Tragwerk und Haustechnik (TGA) |
|
Koordinatensystem |
lokales System |
übergeordnetes System mit Tachymetrie |
|
Termine |
flexible Zeitfenster |
Nacht-, Wochenend- oder Eilaufträge |
|
Umfang der Beauftragung |
gesamtes Objekt in einem Auftrag |
Teilbereiche, die zeitlich unbestimmt nacheinander beauftragt werden |
|
Anfahrt |
Raum Berlin |
bundesweite Einsätze mit Übernachtung |
Auch der Umfang der Beauftragung wirkt sich aus: Werden Teilbereiche einzeln und zeitlich unbestimmt nacheinander beauftragt, fallen Anfahrt, Einrichtung vor Ort und der Anschluss an die bereits vorhandenen Daten jedes Mal erneut an. Ein Gesamtauftrag ist deshalb meist wirtschaftlicher. Oft ist auch ein Mittelweg sinnvoll: Das gesamte Objekt wird in einem Termin gescannt, die Modellierung aber in Teilbereiche aufgeteilt. So liegen alle Daten vollständig vor, und die Kosten für die Auswertung verteilen sich nach Bedarf auf die Projektphasen.
Gerade die Genauigkeit wird oft höher angesetzt als nötig. Für eine Flächenplanung reicht Zentimetergenauigkeit fast immer aus. Millimetergenauigkeit lohnt sich dort, wo sie gebraucht wird, etwa bei vorgefertigten Bauteilen oder denkmalgerechten Details.
4. Das Ergebnis bestimmt den Preis
Aus derselben Punktwolke lassen sich ganz unterschiedliche Produkte ableiten. Je weiter die Auswertung geht, desto höher der Aufwand im Büro. Grob von günstig nach aufwendig:
🔸 Registrierte 3D-Punktwolke: Die Basis für alles Weitere, in gängigen Formaten wie E57 oder RCP. Ideal, wenn Ihr Team selbst in CAD oder BIM modelliert.
🔸 Virtueller Rundgang: Punktwolke und 360°-Bilder im Browser, zum Beispiel aus dem Mobile Mapping. Sie gehen virtuell durch das Gebäude und greifen Maße direkt ab.
🔸 2D-Bestandspläne: Grundrisse, Ansichten und Schnitte. Der Aufwand steigt mit dem Maßstab: Ein Plan im Maßstab 1:100 ist deutlich schneller erstellt als ein Plan 1:20 mit allen Details.
🔸 3D-Gebäudemodell: Ein vollständiges Volumenmodell, etwa für Visualisierung oder Abstimmung mit Bauherren.
🔸 BIM-Modell: Ein intelligentes Modell mit Bauteilinformationen, zum Beispiel in Revit, ArchiCAD oder Vectorworks. Der Detaillierungsgrad (LOD) ist hier der wichtigste Preisfaktor: Ein Modell in LOD 200 mit Wänden, Decken und Öffnungen ist ein ganz anderer Aufwand als LOD 400 mit Haustechnik.
Unser Tipp: Beauftragen Sie zunächst nur das, was Sie für die aktuelle Leistungsphase brauchen. Die Punktwolke bleibt erhalten. Weitere Pläne oder Modelldetails lassen sich später daraus ableiten, ohne erneut vor Ort scannen zu müssen.
5. So sparen Sie Kosten, ohne an Qualität zu verlieren
Ein günstiger Scan ist nicht automatisch ein wirtschaftlicher. Entscheidend ist, dass Aufwand und Nutzen zusammenpassen. Diese Hebel haben sich in der Praxis bewährt:
🔸 Ziel klar definieren: Je genauer Sie wissen, wofür die Daten genutzt werden, desto gezielter können wir den Aufwand planen.
🔸 Genauigkeit nur dort, wo sie zählt: Große Flächen per Mobile Mapping, kritische Bereiche wie Fassaden, Treppenhäuser oder Technikzentralen gezielt per terrestrischem Laserscanning. So zahlen Sie Millimetergenauigkeit nur, wo Sie sie brauchen.
🔸 Methoden kombinieren: Drohne für Dächer, Laserscanner für Fassaden, Mobile Mapping für Innenräume. Der Methodenmix ist oft günstiger als ein einziges Verfahren für alles.
🔸 In Stufen beauftragen: Erst die Punktwolke und einfache Pläne, später bei Bedarf das BIM-Modell. Die Daten sind bereits vorhanden.
🔸 Zugang gut vorbereiten: Schlüssel, Ansprechpartner vor Ort und freie Räume sparen Zeit beim Scan und damit Kosten.
🔸 Vorhandene Unterlagen bereitstellen: Alte Pläne, Lagepläne oder Koordinaten helfen bei der Planung, auch wenn sie nicht mehr ganz stimmen.
6. Typische Kostenfallen
Die teuersten Scans sind die, die zweimal gemacht werden müssen. Diese Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten:
🔸 Überbeauftragung: Millimetergenauigkeit oder LOD 400 für ein ganzes Gebäude, obwohl nur Flächen ermittelt werden sollen. Das kostet viel und bringt keinen Mehrwert.
🔸 Unklare Anforderungen: Wird erst nach dem Scan festgelegt, was das Modell enthalten soll, entstehen Nacharbeiten und Zusatzkosten.
🔸 Fehlende Bereiche: Verschlossene Räume, nicht zugängliche Dächer oder vergessene Keller führen zu einem zweiten Ortstermin.
🔸 Kein gemeinsames Koordinatensystem: Werden Teilbereiche getrennt erfasst und nicht über Passpunkte verbunden, passen die Daten später nicht zusammen.
🔸 Ungeeignete Lieferformate: Daten, die sich in Ihrer Software nicht öffnen lassen, verursachen Aufwand bei der Konvertierung. Klären Sie Format und Softwareversion vorab.
🔸 Reiner Preisvergleich: Ein Angebot mit niedrigerem Preis kann einen deutlich kleineren Leistungsumfang enthalten. Vergleichen Sie immer Genauigkeit, Ergebnis und Detaillierungsgrad.
🔸 Unterschätzter Aufwand bei großen Projekten und im laufenden Betrieb: In Krankenhäusern oder Einzelhandelsflächen (Retail) müssen Scans eng mit dem Betrieb abgestimmt werden, etwa wegen Hygienevorgaben, Patientenbereichen, Öffnungszeiten oder Kundenverkehr. Fehlt diese Erfahrung, kommt es zu Wartezeiten, Unterbrechungen und zusätzlichen Ortsterminen. bgis hat zahlreiche große Projekte im laufenden Betrieb umgesetzt, zuletzt etwa in einer Reha-Klinik. Wir planen die Aufnahme so, dass Patienten, Personal und Kunden möglichst wenig beeinträchtigt werden und der Zeitplan hält.
7. Checkliste: Diese Angaben brauchen wir für Ihr Angebot
Je mehr dieser Fragen Sie vorab beantworten können, desto schneller und genauer wird unser Angebot:
- Um welches Objekt geht es: Art, Adresse, Baujahr und ungefähre Größe (Bruttogrundfläche, Geschosse)?
- Wofür werden die Daten genutzt, und in welcher Leistungsphase befindet sich das Projekt?
- Welche Bereiche sollen erfasst werden: innen, außen, Dach, Keller, Außenanlagen?
- Welches Ergebnis brauchen Sie: Punktwolke, 2D-Pläne, 3D-Modell, BIM-Modell oder virtueller Rundgang?
- Welcher Planmaßstab bzw. welcher Detaillierungsgrad (LOD) wird benötigt?
- Welche Genauigkeit ist erforderlich, und für welche Bereiche?
- Wird ein übergeordnetes Koordinatensystem benötigt?
- In welcher Software und welchem Format sollen die Daten geliefert werden?
- Wie ist das Gebäude zugänglich, und läuft der Betrieb während der Aufnahme weiter?
- Gibt es einen festen Termin, bis wann die Ergebnisse vorliegen müssen?
8. Fazit
Den einen Preis für einen 3D-Laserscan gibt es nicht. Die Kosten hängen vor allem von Objekt, Genauigkeit, Verfahren und gewünschtem Ergebnis ab. Der größte Hebel liegt meist nicht beim Scan vor Ort, sondern bei der Auswertung und Modellierung. Wer seine Anforderungen früh klärt, vermeidet teure Überbeauftragungen ebenso wie Nachaufnahmen und erhält eine Datengrundlage, die genau zum Projekt passt.
9. Ein Blick in die Zukunft: Bestandsdaten werden und wertvoller
Die Technik entwickelt sich schnell weiter. Scanner werden schneller, Mobile-Mapping-Systeme genauer, und die Auswertung profitiert zunehmend von automatisierten Verfahren.
Das wirkt sich perspektivisch vor allem auf drei Bereiche aus:
- Mehrfachnutzung der Daten: Eine einmal erstellte Punktwolke dient heute nicht nur der Planung, sondern auch Facility Management, Baufortschrittskontrolle und späteren Umbauten. Damit steigt der Wert jeder Bestandsaufnahme über die Projektlaufzeit hinaus.
- Günstigere und flexiblere Datenbereitstellung: Viewer, in denen Punktwolken und 360°-Bilder im Browser betrachtet werden, dürften durch alternative Angebote künftig günstiger werden. Zudem wird die Bereitstellung voraussichtlich nicht nur in Cloudlösungen, sondern auch auf eigenen Servern möglich sein. Das ist vor allem für Auftraggeber mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Vertraulichkeit interessant.
- Automatisierte Modellierung: Software erkennt Wände, Decken, Öffnungen und zunehmend auch Rohrleitungen in der Punktwolke selbstständig. Das senkt den Aufwand bei Standardbauteilen. Davon profitiert zunächst vor allem die Erstellung von 2D-Plänen, die 3D-Modellierung bleibt vorerst weitgehend Handarbeit.
Ein Faktor bleibt jedoch entscheidend: die fachliche Erfahrung. Software ersetzt nicht die Einschätzung, welche Methode und welcher Detaillierungsgrad für ein Projekt wirtschaftlich sind. Umso wichtiger ist eine Beratung, die Technik und Kosten gleichermaßen im Blick hat.
10. Jetzt starten: Ihr kostenfreies Erstgespräch
Sie möchten wissen, was ein 3D-Laserscan für Ihr Projekt kostet? Sie haben bereits Angebote vorliegen und sind unsicher, ob der Leistungsumfang passt?
»»» Dann sprechen Sie mit uns, ganz ehrlich und unverbindlich. Wir beraten Sie zur passenden Methode und zum sinnvollen Leistungsumfang, bevor wir ein Angebot erstellen.
In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir gemeinsam die Anforderungen Ihres Projekts, die Rahmenbedingungen vor Ort und die wirtschaftlichste Lösung für Ihre digitale Bestandserfassung.
📞 Jetzt Kontakt aufnehmen und die Grundlage für Ihre erfolgreiche Planung schaffen.
Haben Sie Fragen?
Schreiben Sie uns gern eine E-Mail.